Love (your) Self Yoga

Der Begriff Selbstliebe wird in unserer Gesellschaft oft mit dem Ego gleichgesetzt und als egoistische Haltung abgetan. Tatsächlich ist die Liebe zu uns selbst jedoch Grundvoraussetzung für einen liebevollen Umgang in der Partnerschaft und anderen zwischenmenschlichen Beziehungen.

Nur wer sich selbst liebt, kann andere lieben!

So wie in vielen anderen Dingen auch fangen wir in Sachen Liebe gern bei den anderen an anstatt bei uns selbst. Das gesellschaftliche Bild von Familie und Ehe suggerieren uns, das menschliche Grundbedürfnis geliebt zu werden im Rahmen einer Partnerschaft zu stillen. Umso ernüchternder ist es dann zu erkennen, dass auch der aufmerksamste Ehemann nicht in der Lage ist uns zu hundert Prozent zufrieden zu stellen und auch das Ideal der perfekten Hausfrau daheim nicht die vollständige Befriedigung bringt.

Zwar wünschen wir uns, dass Arbeitskollegen, Familienmitglieder und der Partner sanftmütig und verständnisvoll mit uns umgehen, doch wie oft verhalten wir uns liebevoll uns selbst gegenüber? Wie kann ich von anderen erwarten mich auf eine Art und Weise zu behandeln, die mir im Umgang mit mir selbst völlig fremd ist?

Die Monologe, die wir im Geiste mit uns selbst führen, sind überwiegend geprägt durch Selbstkritik, Perfektionismus und  Konkurrenzdenken zu anderen. Wie oft hast du dich gedanklich über dich selbst geärgert weil du mal wieder ein Stück Schokolade zu viel genascht oder den Gang ins Fitnessstudio hast ausfallen lassen? Wie oft jedoch hast du dich im Spiegel angeschaut und dir selbst zugelächelt? Dir im Geiste sagend: Hey du bist super!

Klingt ja auch voll eingebildet und egozentrisch sich selbst seine Liebe zu gestehen. Vom Ding her aber ja eigentlich total egal wenn man bedenkt, dass deine Gedanken eh keiner hört außer dir selbst. Du musst ja nicht gleich ein T-Shirt bedrucken auf dem steht: I LOVE MYSELF (wobei Kendrick diese Art des Marketings wahrscheinlich super fände ;-)). Es reicht wenn du den Akt der Selbstliebe als kleines Geheimnis zwischen dir und – naja eben dir selbst behandelst!

Die Liebe, die wir uns selbst entgegen bringen ist diejenige, die wir in die Welt hinaustragen können.

Diesen und andere Tracks zum Thema Selbstliebe findest du auf meiner Spotify-Playlist, die ich dir für die folgende Yogasequenz zusammengestellt habe.

Also ab auf die Matte und Mucke aufdrehen 😉

 

Yoga als Akt der Selbstliebe

Die folgenden Yogahaltungen können als Sequenz geübt werden und sollen dir das Gefühl von Stärke und Selbstvertrauen vermitteln. Die Anleitungen dienen lediglich der physisch korrekten Ausrichtung, um dich pauschal sicher in und aus einer Haltung raus zu begleiten.

Um wahre Selbstliebe auch in deiner Asanapraxis integrieren ist die wichtigste Regel jedoch auf das eigene Gefühl und die eigene Konstitution zu hören! Nur wer den Körper mit Respekt begegnet übt sich in Selbstliebe!

Stehende Sequenz

Krieger I

Komme in einen weiten Ausfallschritt.

Drehe den hinteren Fuß so weit nach außen (ca. 45 Grad) bis du die gesamte Fußsohle fest am Boden verankern kannst .

Halte das vordere Knie im rechten Winkel zum Fußgelenk.

Einatmen: Richte den Oberkörper langsam auf indem du die Arme über die Seiten anhebst.

Wenn der Nacken es zulässt lege die Handflächen zueinander und schaue zu den Daumen.

Bei Nackenschmerzen kannst du den Blick nach vorne ausrichten und die Arme schulterbreit geöffnet halten.

Bleibe für fünf tiefe Atemzüge.

High Lunge als Alternative bei Knieproblemen (im hinteren Bein)

Halte die Zehen des hinteren Fußes aufgestellt (Ferse in der Luft) bevor du dich aufrichtest.

 

Dehmütiger Krieger

Einatmen: Strecke im Krieger I das vordere Bein langsam.

Ausatmen: Greife alle zehn Finger hinter dem Rücken ineinander so als wolltest du einen Luftraum zwischen deinen Händen bilden. Lasse keinen Abstand mehr zwischen deinen Handflächen.

Einatmen: Hebe das Brustbein und strecke die Wirbelsäule.

Ausatmen: Senke das Kinn zum Brustbein und sinke langsam an der Innenseite des Oberschenkels vorbei.

Halte für drei tiefe Atemzüge.

ACHTUNG!

Drücke beide Füße fest in den Boden. Senke erst die Hände zum Po bevor du dich langsam aufrichtest. Hebe den Kopf als letztes, sodass dir nicht schwindlig wird.

Gebe dir Zeit, um aus jeder Haltung rauszukommen. Zeit ist das größte Geschenk, das du dir selbst machen kannst!

 

Krieger II

Drehe den hinteren Fuß nun quer zum Mattenende (ganze 90 Grad).

Einatmen: Breite beide Arme auf Schulterhöhe aus. Blicke über den Mittelfinger.

Ausatmen: Beuge das vordere Knie zurück in den rechten Winkel.

Bleibe hier für fünf tiefe Atemzüge. Halte das Knie vorne über deinem Fußgelenk ausgerichtet und drücke die Außenkante des hinteren Fußes fest in den Boden.

 

Sequenz am Boden

Umarmende Drehung

Im aufrechten Sitz stelle das rechte Bein auf. Das linke Bein ist lang und die Zehen ran gezogen. Halte das Becken gut aufgerichtet!

Greife das aufgestellte Knie mit beiden Händen, um die Wirbelsäule weitestgehend aufzurichten.

Einatmen: Hebe den rechten Arm

Ausatmen: Stelle die rechte Hand hinter dem Körper am Boden ab. Versuche das Becken aufgerichtet und die Wirbelsäule lang zu halten.

Einatmen: Hebe nun den linken Arm, um die Wirbelsäule noch länger zu machen.

Ausatmen: Umarme das aufgestellte Knie, um tiefer in den Twist zu kommen.

Bleibe hier für fünf tiefe Atemzüge. Halte den Rücken dabei stets lang und atme vom Bauch bis zum Herzen.

Mit jedem tiefen Atemzug gibst du dir und deinen inneren Organen eine wohltuende Massage. Mit jeder Einatmung nehme eine stolze Haltung ein und lasse das Herz noch größer werden, um empfänglicher zu werden für die liebevolle Wirkung dieser Drehung.

Umarmende Vorbeuge

Stelle die Fuße vor dir auf.

Umschlinge die Beine mit beiden Armen und lege den Bauch auf den Oberschenkeln ab. Lasse die Stirn auf den Knien ab.

Ausamten: Stelle die Fersen auf und schiebe die Beine langsam von dir weg. Halte die Zehen vorne angezogen.

Bleibe für fünf tiefe und bewusste Atemzüge.

Spüre einatmend die Weite, die in deinem Rücken entsteht. Lasse dich ausatmend weiter nach vorne sinken.

Bevor du dich aufrichtest löse die Arme unter deinen Oberschenkeln und rolle dich Wirbel für Wirbel nach oben auf.

Gebe dir auch hier genügend Zeit, um dich wieder aufzurollen. Spüre jeden einzelnen Wirbelkörper, um ihm mit Wertschätzung und Dankbarkeit zu begegnen.

 

Schulterbrücke

Komme in eine Rückenlage. Stelle die Füße auf,

Einatmen: Hebe das Becken.

Ausatmen: Halte das Becken oben und rücke deine Schultern unter dem Rücken dichter zueinander.

Wenn du kannst beuge deine Ellenbogen, um den unteren Rücken mit deinen Händen zu unterstützen.

Ansonsten lasse die Arme lang neben dem Körper abgelegt.

Bleibe für fünf tiefe Atemzüge. Spüre mit jeder Einatmung die Weite in deiner Körpervorderseite insbesondere in deinem Herzraum.

Rolle dich mit einer Ausatmung Wirbel für Wirbel abwärts.

Ziehe als Ausgleichbewegung die Knie zu Brust, um den unteren Rücken am Boden zu entspannen.

 

Happy Baby

Ausatmen: Ziehe deine Knie an die Rippen.

Bringe die Arme zwischen deine Beine und greife die Fußaußenkanten.

Einatmen: Ziehe die Beine dichter ran, sodass der untere Rücken lang wird und die Fußsohlen nach oben schauen.

Ausatmen: Ziehe die Fußaußenkanten nach unten in Richtung Matte bis du eine deutliche Dehnung in den Beininnenseiten spürst, um die Hüften zu öffnen.

Bleib hier für einige tiefe Atemzüge. Wenn es für dich angenehm ist lasse dich sanft von rechts nach links über den unteren Rücken schaukeln.

 

Asanas und Yogaübungen auf der Matte sind eine tolle Form der Selbstliebe in physischer Form. Doch wie wir alle ja wissen gilt es zwischen körperlicher Beziehung und wahrer Liebe zu unterscheiden.

Retreats sind eine weitere Möglichkeit dir das größte Geschenk im Zeichen der Selbstliebe zu machen:

 

Retreat yourself!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.