Roadtrip in Südafrika

Innerhalb weniger Kilometer verändert sich die Szenarie in Südafrika von einer Sekunde zur nächsten. Die vegetative Vielfalt, das ganzjährig milde Klima und der landschaftliche Facettenreichtum schaffen auf einem Roadtrip entlang der Küste ein Wow-Erlebnis nach dem nächsten.

 

Entlang der südlichen Küste Südafrikas erstreckt sich die Garden Route von der im Westkap gelegenen Küstenstadt Mossel Bay bis nach Port Elizabeth im Ostkap. Die gesamte Strecke beträgt 372 Kilometer und lässt sich aufgrund der guten Straßenverhältnisse wunderbar mit einem Mietwagen oder aber dem Motorrad bewältigen weshalb sie weltweit als einer der beliebtesten Reiserouten in Südafrika gilt. Je nach Reisezeit und Aufenthaltsdauer können entlang der Route beliebige Stopps eingelegt werden.

Die folgenden Stopps liegen nicht alle an der klassischen Garden Route beginnen dafür in Kapstadt, die normalerweise Ausgangspunkt für eine Reise entlang der Küste Südafrikas ist. Wer per Flugzeug anreist, startet den Trip von hier aus und schafft folgende Stopps in einem Zeitfenster von einer Woche stressfrei und in gemütlichem Tempo.

 

#1 Cape Town

Bei einem Besuch in Südafrika sollte ein mehrtägiger Aufenthalt in der Hauptstadt unbedingt eingeplant werden! Ob am Anfang und/oder am Ende der Reise: Kapstadt hat von Sandstränden über Bergpanorama bis hin zum Hafenambiente alles zu bieten.

Mit mehreren Leuten lohnt es sich auf jeden Fall die Angebote bei Airbnb auszuchecken. Für allein oder im Doppelpack Reisende bieten sich neben den zahlreichen Hostels auch die netten Guesthouses an (wer sich was gönnen möchte und auf gutes Frühstück steht ist im Sweet Ocean View gut aufgehoben).

Langweilig wird es in Cape Town mit Sicherheit nicht! Das günstigste Fortbewegungsmittel ist Uber über dessen App man sich hier problemlos von A nach B bewegen kann. Die beliebtesten Sightseeing Spots lassen sich selbstverständlich auch mit dem konventionellen Hop On/Hop Off Bus abklappern (je nach Tour ab 180 Rand = 12,50€).

Die besten Ausblicke hat man von den Aussichtspunkten vom Tafelberg, Lion’s Head oder dem Devil’s Peak. Für einen entspannten Spaziergang mit Bergpanorama bietet sich der Botanische Garten Kirstenbosch an.

Wenn es sich einrichten lässt ist ein Wochenende in der Landeshauptstadt durchaus lohnenswert, denn gerade an den Samstagen kann man sich von einem Foodmarket zum nächsten durch schlemmen. Der V&A Food Market am Waterfront hat dagegen sieben Tage die Woche geöffnet und ist allein wegen seiner Lage am Hafen ein beliebter Anziehungspunkt für Touristen und Einheimische.

Auch das Nachtleben hat einiges zu bieten. In der Loop Street gestartet tummelt sich das multikulturelle Partyvolk in und vor allem vor den zahlreichen Bars und Kneipen.

TIPP! Bevor es ins Auto und auf den Roadtrip geht am besten eine Simkarte besorgen. Der Hauptanbieter nennt sich hier Vodacom (südafrikanische Variante von Vodaphone ;-)) und bietet hier Internetpakete für um und bei 100 Südafrikanische Rand (= ca. 6,50€) für 1 GB an. Am besten direkt in einen der Stores gehen und sich sicherheitshalber alles vor Ort einrichten lassen. Die Registrierung dauert nur einige Minuten, den Reisepass dabei nicht vergessen!

 

#2 Hermanus

Nur 1,5 Stunden von Kapstadt entfernt wartet das idyllische Küstenörtchen Hermanus. Für Budgetreisende und Backpacker ist das Hermanus Backpackers ein durchaus angenehmer Aufenthaltsort mit eigener Küche, kleinem Pool und gutem WiFi (im Gegensatz zu Asien eine Rarität hierzulande!) für eine Nacht.

Der überschaubare Ort lässt sich an einem halben Tag locker zu Fuß erkunden. Highlight dabei ist der Gang entlang der Küste, der mit seinen Felsbuchten an das Landschaftsbild Irlands erinnert und zum Spaziergehen und Träumen einlädt. Frühaufsteher sollten sich ein Gang oder aber (!) eine Yogasession am Wasser nicht entgehen lassen. Gerade nach dem Großstadtflair Capetowns ist der Blick auf das Wasser nicht nur eine Augenweide, sondern auch ein angenehmer Ruhepol.

TIPP! Wer auf gute Pizza und/oder Sushi steht wählt vor Sonnenuntergang die Route bis zum Hafen und bestellt (am besten) die Seafoodpizza in der Gecko Bar.

 

#3 Wilderness

Ca. 4 Stunden Autofahrt von Hermanus entfernt wartet der 6000-Seelen-Ort Wilderness. Auf dem Weg dorthin passiert man die Orte Swellendam und Mossel Baai, die beide einen Abstecher oder zumindest eine Kaffeepause wert sind.

Trotz seiner überschaubaren Größe hat Wilderness ein Kontrastprogramm an Naturspektakeln zu bieten. Zunächst einmal wird man von einem massiven Sandstrand begrüßt, der von einem grünen Gürtel und dem Outeniqua Gebirge umgeben ist. Darüberhinaus ist das Goukama Nature Reserve ein beliebtes Ausflugziel. Zwar ist der 7 Kilometer lange Spaziergang durch den dschungelartigen Nationalpark sehr schön, dennoch lohnt sich der recht hohe Eintrittspreis von 120 Rand (ca. 8€) meines Erachtens nach erst richtig wenn man die Gelegenheit mit einer Kayaktour oder zumindest einem Picknick am Flussufer verbindet.

Für Wasserratten und Naturfans lohnt sich eine Übernachtung in diesem Gebiet allemal.

TIPP! Echte Gin-Fans planen einen Stopp in dem verschlafenen Örtchen Still Baai ein. Hier gibt es außer einigen kleinen Lokalen und einem Steakhaus nicht viel zu erleben. Dafür hat sich genau hier die Inverroche Distellery niedergelassen. Ab 10 Uhr morgens kann man hier in den Genuss von hausgebrauten Spirituosen kommen. Täglich werden hier außerdem ausgiebige Tastings zu verhältnismäßig günstigen Preisen angeboten! Wer nach den Drinks nicht mehr fahren möchte lässt sich für eine Nacht oder zumindest einen Kaffee im Botterkloof Resort nieder. Dieses kleine Idyll inmitten von Grün ist ein echtes Schmuckstück in dem man wunderbar zur Ruhe kommen kann.

 

#4 Knysna

Innerhalb von 40 Minuten zeigt sich Südafrika nur 47 Kilometer weiter von seiner nächsten wunderschönen Seite. Das Küstenstädtchen erinnert mit seinen Geschäften und Fischlokalen an der Waterfront an die Kurorte an der Ostsee. Bei einem Spaziergang läuft man bis über eine Brücke bis rüber in die Community Thesen Islands.

Eine landschaftliche Besonderheit stellen die Knysna Heads da. Mit dem Auto erreicht man die schönen Aussichtspunkte des östlichen Felsvorsprungs innerhalb weniger Minuten. Die westliche Seite dagegen ist nur mit einer Fähre zu erreichen.

Das Guesthouse 80 on Main wird von einem sehr gastfreundlichem und hilfsbereiten Ehepaar betrieben und ist gerade für budgetreisende eine günstige, saubere und simple Übernachtungsmöglichkeit, um das kleine Künstlerörtchen zu erkunden.

TIPP! Unbedingt das Frühstück im East Head Café ausprobieren. Der exklusive Rooibus Cappuchino und die Poached Eggs auf glutenfreiem Brot lassen sich hervorragend mit Blick auf das Wasser genießen. Im Anschluss sind von hier aus mehrere schöne Viewpoints fußläufig zu erreichen.

 

#5 Stellenbosch

Bevor es zurück in das turbulente Kapstadt geht kann im anliegenden Weingebiet Stellenbosch ordentlich Ruhe und vor allem Wein getankt werden 😉

Wer ein oder zwei Nächte bleibt zahlt zwar etwas mehr, erwacht dafür in einer märchenhaften Szenarie umgeben von Weinbergen. Eine Halbtagestour durch verschiedene Weingüter liegt mit ca. 490 Rand (ca. 35€ ) pro Person völlig im Rahmen und lässt sich entfernungsmäßig auch mit einer Übernachtung in Kapstadt verbinden.

TIPP! Eine Weintour sollte man sich in der Hochburg des Westkaps nicht entgehen lassen. Bei 150 Weingütern gibt es hier ein großes Angebot an Ganz- oder Halbtagestouren zu verschiedenen Anwesen in herrlicher Natur und mit ausschließlich regionalem Genuss! Bei rund fünf verschiedenen Weinen pro Stopp hat mir eine Halbtagestour völlig gereicht. Tastings können überall gebucht werden. Wir haben uns für eine Halbtagestour für 490 Rand (34€) pro Person entschieden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.