Reisetipps Nord Vietnam

# Hanoi

Die Landeshauptstadt Hanoi im Norden Vietnams ist mit seinem einzigartigem Charme ein guter Start, um den Kulturschock Südostasiens zu überwinden. Nachdem man sich erstmal an die enorme Masse von Mopeds gewöhnt hat lässt es sich in der zweitgrößten Stadt des Vietnams locker zwei bis drei Tage aushalten.

Vom Zentrum aus lässt sich der lebhafte Vibe der Stadt am besten fußläufig erkunden. Eine Runde um den Hoa-Kiem-See ist vor allem sonntags eine super Gelegenheit um das Treiben der Einheimischen zu beobachten und dem Ngoc Son Temple einen Besuch abzustatten.

Unweit vom Zentrum entfernt liegt außerdem der Literaturtempel an dem einst die Schüler Konfuzius gelehrt wurden. Gegen ein Eintrittsgeld von weniger als einem Euro kann man hier eine kurze Verschnaufspause vom Hustle & Bustle der Stadt nehmen.

Ein weiterer spiritueller Ruhepol inmitten des aufregenden Stadtlebens ist der Chua Tran Quoc – ein buddhistischer Pagoda, der am Westsee der Hanois liegt und umsonst besichtigt werden kann.

Ein wenig mehr Zeit nimmt dagegen ein Besuch im Ho-Chi-Minh-Mausoleum in Anspruch. Die Besucherzeiten sind eingeschränkt, können aber vorab im Internet gecheckt werden.

Von Hanoi aus werden überall Tagestrips oder mehrtägigen Touren in die Umgebung angeboten. Die Schlafbusse in Richtung Sa Pa sind bei einer Größe bis 1,70 m recht komfortabel, da man sich in den kleinen Schlafboxen lang machen kann. Für größere Menschen kann die sechstündige Reise in Richtung Berge eng werden. Anreise mit Minibussen sind allerdings teurer. Für einen Platz im Schlafbus sollte man nicht mehr als 15 Euro zahlen!

 

 

TIPP: Selbst für das kleinste Budget lässt es sich in Hanoi kulinarisch gut aushalten! Ohnehin sind die Garküchen in denen die Locals ihre Bun Cha essen meist die beste Wahl. Um die Atmosphäre Hanois richtig auskosten zu können eine der Spezialitäten in einem der zahlreichen Cafés am Straßenrand bestellen.

 

# Sa Pa

In einer Höhe von über 1500 Metern ist das im Hoàng Liên Sơn-Gebirge liegende Sa Pa ein hervorragender Startpunkt für Trekkingtouren im Norden Vietnams. Zwar ist die Distrikthauptstadt in der Provinz Lao Chai seit einigen Jahren touristisch erschlossen dennoch findet man unter den zahlreichen Trekkingpfaden immer noch ruhige Strecken auf denen man kaum anderen Westlern begegnet.

Die von Bergen und Reisterrassen umsäumten Wanderwege führen in die Dörfer der hier ansässigen Bergstämme der Hmong, Red Dao und Tay. Wer auf Trekking steht kann hier problemlos mehrere Tage verbringen ohne sich zu langweilen. Von Sa Pa aus ist es außerdem möglich zweitägige Trekkingtouren mit Übernachtung in Homestays der Dorfbewohner zu buchen oder den höchsten Berg Vietnam Fansipan zu erklimmen.

 

Tipp: Eine geführte Gruppentour durch die Berge von Sa Pa ist unnötig. Die Vielfalt an Trekkingpfaden kann ohne Weiteres allein bewältigt werden. Wer lieber in Gesellschaft läuft kann sich für ca. 10 Euro einen Local Guide buchen, der durch die Bergdörflein führt und Einblicke in das geheimnisvolle Leben der ethnischen Volksstämme gewährt.

 

# Cat Ba Island / Halong Bay

Bei einer Reise in den Norden Vietnams darf ein Besuch der weltberühmten Halong Bay natürlich nicht fehlen. Um den Touristenmassen zu entfliehen habe ich darauf verzichtet einen von Hanoi aus organisierte Bootstour zu buchen und mich stattdessen für einen Stopp auf der Insel Cat Ba entschieden.

Cat Ba Island ist eine beliebte Backpacker Destination mit entspannten Vibe. Von hier aus kann man Tagesausflüge in die nicht so überlaufenen Gebiete der Halong Bay buchen, die meist Kayaking und Mittagessen auf dem Boot beinhalten. Die lebhafte Barszene entlang des Hauptpiers schließt einen Tag auf Cat Ba Island mit einem gemütlichen Dinner mit Blick auf das bunt beleuchtete Wasser ab.

Ebenfalls empfehlenswert ist ein Besuch im Nationalpark der Insel. Die günstigste Variante ist es einen Local Bus zu nehmen (40.000 Dong = 1,50 €), die (meines Wissens nach) stündlich vom Hauptpier fahren. Wer gut verhandelt und nicht selbst fahren will zahlt einen Euro mehr und nimmt sich ein Mopedtaxi für die halbstündige Fahrt. Das Eintrittsgeld von 40.000 Dong wird mit einem ein bis zweistündigen Hike durch den Dschungel des Parks belohnt, der mit einem wunderbaren Ausblick über das Grün der Insel endet.

 

TIPP: Für die Bootstouren in die Halong Bay solltest du nicht mehr als 12 Euro zahlen. Achte auf die maximale Passagierzahl (mehr als 15 würde ich nicht empfehlen) und das Gesamtangebot. Ich war mit einem Tagestrip inklusive Kayaking durch die Halong Bay, reichhaltigem Lunch auf dem Boot und Hiking auf den Aussichtspunkt der Monkey Island sehr zufrieden. Gebucht werden kann ein solcher Trip z.B. beim Fullmoon Party Hotel (direkt am Hauptpier der Insel zu finden).

 

# Hue

Einst Zuhause des Kaisers liegt die ehemalige Hauptstadt mit ihren 340.000 Einwohnern in der Landesmitte. Entlang des Parfümflusses findet man gemütliche Cafés und Lokalitäten sowie einen recht großen Markt auf dem man tagsüber von frischem Gemüse über Porzellan und Blumen allen möglichen Schnickschnack erstehen kann.

Ein Tag in der alten Hauptstadt reicht völlig aus, um die gebotenen Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Während die Hauptattraktion, die alte Kaiserstadt, vom Zentrum aus fußläufig erreichbar ist, liegen die Kaisergräber etwas weiter außerhalb.

Seafoodfans sollten sich ihren Hunger für die regionalen Spezialitäten sparen. Für 100.000 Dong (3,50€) bekommt man hier ein reichhaltiges Set mit allen möglichen Varianten an vietnamesischen Tapas, die hauptsächlich aus Shrimps und Reispapier bestehen!

 

TIPP: Scheuklappen auf wenn die übereifrigen Taxifahrer eine billige Mopedtour anbieten. Die Hauptattraktion der Stadt (die alte Kaiserstadt) kann mit zwei gesunden Beinen aus dem Zentrum locker zu Fuß bewältigt werden.

 

# Hoi An

Touristisches Spektakel und auf jeden Fall einen Abstecher wert ist das in der Landesmitte gelegene Küstenstädtchen Hoi An. Die charmant aufbereitete Altstadt ist landesweit die einzige, die während des Vietnamkrieges nicht zerstört wurde. Aufgrund ihrer Geschichte als alter Handelshafen wurde Hoi An 1999 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt.

Die durch die damaligen Handelsbeziehungen manifestierten japanischen und chinesischen Einflüsse schaffen ein einmaliges Ambiente in Hoi An. Weiteres Erkennungsmerkmal des Küstenorts sind die unzähligen Lampions, dessen kräftigen Farben als Kontrast zu den historischen Häuserfassaden stehen.

Mittlerweile hat sich Hoi An zu einem der beliebtesten Ausflugszielen des Landes entwickelt weshalb sich hier neben chinesischen Pauschaltouristen eine riesige Auswahl an Cafés und Restaurants tummeln. Dennoch lohnt sich ein kurzer Zwischenstopp, denn zwischen den kommerziellen Souvenirshops finden sich hier auch schöne Handwerksstuben und Fairtradeläden.

Bei gutem Wetter lässt es sich nicht nur durch die Gassen der Altstadt, sondern auch am Sandstrand von Hoi An spazieren. Der ca. 5 km vom Stadtzentrum entfernte Strandabschnitt lässt sich hervorragend mit einer Fahrradtour verbinden.

 

TIPP! Auch wenn die vielen charmanten Lokale zum Verweilen einladen finden auch Backpacker und Reisende mit kleinem Budget ein einmaliges Essenserlebnis. Auf dem Central Market kann man hier innerhalb des Marktgewusels regionale Spezialitäten zu günstigen Preisen probieren. Wer auf der Suche nach einem reichhaltigen und überaus gesundem Frühstück in ruhiger Atmosphäre ist sucht in einer der Seitengassen nach Rosies Café.

 

 

# Phong Nha

Letzter Stopp meiner Reise war der Phong Nha-Ke-Bang Nationalpark, der sich so ziemlich in der Mitte von Hoi An und Hanoi und direkt an der Grenze zum Nachbarstaat Laos befindet.

Das gut 86.000 Hektar große Naturgebiet ist Hauptanlaufstelle für Höhlenwanderungen und abenteuerliche Outdoor Aktivitäten, wie Ziplining und Schlammbaden.

Die zwei populärsten Höhlen Paradise Cave und Phong Nha Cave bieten durch ihre aufwändige Beleuchtung einen spektakulären Einblick in das innere der Naturgewalten. Erstere wirkt durch die zu Touristenzwecken eingebaute Holzbrücke eher künstlich, ist mit ihrer Höhe von fast 100 Metern und den beeindruckenden Stalagmiten trotzdem ein einmaliges Erlebnis. Die Phong Nha Cave hat durch ihre Anfahrt mit einem Ruderboot einen ganz besonderen Flair. Währen der Hochsaison muss bei beiden Höhlen allerdings mit großem Ansturm gerechnet werden.

Zudem ist zu sagen, dass die Lichtinstallationen in den Höhlen dazu beitragen, dass Staglamiten sich nicht natürlich weiterbilden können. Auch die in den Höhlen beheimateten Tiere haben unter den heutigen Umständen kaum noch Überlebenschancen. Auf der anderen Seite profitieren die Einheimischen, die sonst kaum eine Chance auf ökonomische Entwicklung haben, vom Geschäft mit den Touristen. Ein Besuch der touristischen Höhlen ist also individuell abzuwägen. Da ich die Region während der Off-Season (Ende Januar) besucht habe war die gesamte Region nur dürftig besucht.

Die meisten Unterkünfte befinden sich in genau einer Straße von denen aus unterschiedliche Touren zu den Höhlen gebucht werden können. Für einen Tagesausflug mit den zwei Hauptattraktionen (Paradise Cave + Phong Nha Caves) zahlt man ca. 1.500.000 Dong, die ca. 50 Euro entsprechen und einen unvergesslichen Tag inklusive Lunch und englischsprachigem Guide.

Ein Aufenthalt in den ganz exklusiven und neu entdeckten Höhlen kostet zwischen 300 und 3000 Euro pro Trip (oftmals über Nacht, da die Höhlen mit einem Dschungeltrekking verbunden sind).

 

 

TIPP! Wer sicher mit dem Roller unterwegs ist kann sich bei gutem Wetter die teuren Touren sparen und die Höhlen auf eigene Faust erkunden. Während der Off-Season hat man die Höhlen zwar für sich dafür ist es in den Wintermonaten so kalt, dass man auf die aufregenden Touren inklusive Höhlenübernachtungen und Kayaking lieber verzichtet.

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